Raus aus der Metropole

Ich bin mal wieder in Egirdir im Lale Hostel, ein schönes Wiedersehen. Aber der Reihe nach.

Dienstag, 21. Mai

Die Zeit in Istanbul war toll, aber nun kann es endlich weitergehen. Samane vom Hostel wird sich um die verfluchte Referenznummer in Teheran kümmern, sie ist gestern nach Hause geflogen. Das Visum können wir dann – inshallah – in Trabzon abholen. Wir verabschieden uns vom hilfsbereiten Hostel-Team ( Mehmed und seine Mannschaft). Vielen Dank, wir hatten eine tolle Zeit bei euch. Für mich geht es ein letztes Mal über die Mega-Brücke, natürlich auch heute wieder mit Sirenengeheul. Es dauert eine gefühlte Ewigkeit, bis wir aus der riesigen Stadt raus sind. Aber dann haben wir eine sehr schöne Strecke durch die Hügel nach Izmit. Am See bei Arifye machen wir eine kleine Pause auf einem riesigen Picknick-Gelände direkt am See. Und weiter gehts über Akyazi durch die Berge und über kleine Strassen bis Nallihan. Der kleine sympathische Ort wird nach einem leckeren Abendessen mit vielen lustigen Bekanntschaften auch unser Nachtquartier. Heute ist wieder Biwak an einem kleinen Fluss angesagt. Nachts ist es recht windig und die Temperatur geht bis auf 13 Grad runter.

Mittwoch, 22.Mai

Im Ort kaufen wir eigentlich nur schnell ein Brot, werden aber sofort wieder mehrfach zu Chai und Gebäck eingeladen. Prima, dann haben wir ja noch etwas fürs zweite Frühstück übrig. Selbst für unseren Einkauf im kleinen Laden in Höhe von umgerechnet etwa 1 Euro wird kein Geld verlangt. Die kleine Strasse von Nallihan über Lacin nach Eskisehir entpuppt sich als das Highlight des Tages. Etwa 100 km feinste Kurven durch eine gigantische Landschaft, die uns irgendwie an die Weiten der USA erinnert. Links und rechts dominieren die Farben braun und grün, unterbrochen von leuchtend roten Mohnfeldern. Die Berge heissen in der Karte „Sündiken Daglari“. Die Landschaft ändert sich ständig. Beim Tanken werden wir von der lokalen Polizeitruppe und dem Tankstellenbesitzer zum Chai eingeladen. Die haben ihren Tisch mitten zwischen den Zapfsäulen aufgestellt und wir kommen gearde zur rechten Zeit 🙂 Als wir unser Tagesziel, den Egirdir-See erreichen, fühlt es sich an wie in der Schweiz mit schneebedeckten Gipfeln im Hintergrund. Heute lief es richtig gut, hat voll Spass gemacht und wir haben wieder 400 km mehr auf der Uhr. Wir checken in einem Nebenhaus des Lale-Hostel ein. Hier gibts einen gigantischen Blick über den See, leckeres Essen, WLAN und das ein oder andere Efes. Wir werden bestimmt zwei Nächte bleiben.