Wieder in Teheran – Weichenstellung

Unsere Polizeieskorte sind wir wohl endgültig los, morgens wartet niemand vor dem Hotel. Von Semnan geht es unspektakulär über die Autobahn weiter nach Teheran. Wir fahren wieder unser Hotel Firouzeh an, das bietet einen guten Service, Internet und liegt zentral in Süd-Teheran. In den nächsten Tagen stehen einige Botschaftsbesuche an, um den weiteren Verlauf der Tour festzulegen. Pakistan haben wir nun endgültig verworfen, aber was sind die Alternativen?

Plan B könnte so aussehen: Turkmenistan – Uzbekistan – Tadschikistan – Kirgistan – Kasachstan – Russland – Ukraine.

Das würde die Beschaffung von 5 Visa und einem Bestätigungsschreiben erfordern. Damit wäre ein Aufenthalt von mindestens zwei weiteren Wochen in Teheran verbunden, wenn wir nicht alle Visa hier besorgen. Für Marco und Derek würde es nochmal weitere 10 Tage brauchen, weil sie ein Einladungsschreiben für Uzbekistan benötigen. Dazu haben wir eigentlich nicht wirklich Lust, wir wollen eigentlich bald mal wieder Motorrad fahren. Von den Kosten für den ganzen Visaquatsch wollen wir hier mal gar nicht reden.

Plan C wäre einfacher: Über Armenien und Georgien über Russland in die Ukraine. Dazu wäre nur ein Transitvisum für Russland nötig, das lässt sich machen.

Aber jetzt ist erstmal Wochenende angesagt. Im Hotel ist jetzt wesentlich mehr los, scheinbar kommen wieder mehr Traveler aus dem Ausland in den Iran. Wir sind mittlerweile eine kleine Firouzeh-Clique und so geht es am Donnerstag abend mit Heiko, Marco, Derek, Ani aus Indien/New York und Yasmin aus Italien in ein traditionelles Restaurant ein paar Metrostationen weiter nördlich.

Freitag sind alle Botschaften natürlich zu, also planen wir einen netten Ausflug. Heute ist auch Shanez aus Singapore/London mit dabei. Wir nehmen die Metro in den Norden und von dort ein Sammeltaxi bis zum Skilift in Dalband. Puia und sein Freund gesellen sich auch noch dazu. Er ist Musiker und spricht ganz gut Englisch. Mit einem Sessellift fahren wir auf den Berg, von wo ein kleiner Wanderweg weiter in die Berge führt. Am Anfang gibt es zahlreiche kleine Restaurants, wo wir uns in eine Teppich-Lounge setzen, etwas essen, Tee trinken und Shisha rauchen. Auf dem Weg kommen uns viele Iraner mit dicken Rucksäcken und Stöcken entgegen, man kann hier also richtig tief in die Bergwelt einsteigen. Es ist angenehm kühl hier oben und wir geniessen einen sehr entspannten Tag. Zum Abendessen geht es heute wieder in denNorden zum Ghandi shopping center. Wir entscheiden uns für das „Monsoon“, wo wir superlecker asiatisch essen. Die Preise sind hier schon deutlich höher, aber am Ende bezahlt jeder grade mal gut 10 Euro für Essen und Getränk. Der gute Wechselkurs machts möglich.