Neuland: Montenegro und Albanien

Zwischendurch kommen jetzt zwei Länder, dich ich noch nicht kenne. Auf diese Etappe bis Griechenland freue ich mich deswegen sehr. Nach einem Stop an einem belebten Strassencafe in der Neustadt von Dubrovnik nehmen wir die letzten Kilometer Küste Kroatiens in Angriff. Nochmal volltanken, dann geht es über die Grenze nach Montenegro. Die Grenzformalitäten sind kaum der Rede wert, Ausweis oder Pass reicht. Unsere Route führt um eine wunderschöne Bucht, sieht auf der Karte zunächst aus wie ein See. Es gibt auch eine Fähre, aber wir entscheiden uns für die Umrundung. Auch die folgende Küstenstrasse erinnert sehr an Kroatien. Sonst können wir nicht viel sagen, wir tauschen kein Geld, kaufen nichts und halten nirgends länger an. Am Nachmittag reisen wir bereits nach Albanien ein. Hier muss auch Versicherungsschein und Fahrzeugschein raus. Nach der Grenze tauchen wir in eine andere Welt ein, als wir einem kleinen Fluss ein Stück weit folgen und dann nach Shkoder fahren um Geld am Automat zu holen. Dieser Ort hat was. Die Stimmung hier ist irgendwie besonders. Die Aktion mit dem Geld holen klappt vorzüglich. Heiko hat die Bank im Navi und ruckzuck fahren wir wieder raus aus dem Ort auf der Suche nach einem Campingplatz. Wir werden schliesslich in Lesce fündig. Aufgrund des günstigen Preises für ein Appartement dort verzichten wir auf den Zeltaufbau und trinken lieber ein erstes Bier am Pool. Wir entdecken den Pizzaofen und fragen nach. Kein Problem, wird sofort frisch zubereitet und schmeckt extrem gut.
Unser erster Abend in Albanien ist schon mal nicht schlecht. Wir trinken im Ort noch ein Bier und gehen dann zurück zu unserem Appartement mit Internet.

Am Morgen gibt es dann noch zwei „Croissants“ im Mini Market und los gehts. Wir haben eine Route ohne Autobahnen Richtung griechische Grenze im Navi. Markus will wahrscheinlich von Igoumenitsa wieder zurückfahren. Schon bald kommen wir nach Tirana, es ist staubig und heiss. Heute am Samstag kommen wir aber ganz gut durch, der übliche Stadtverkehr eben. Hinter Tirana fängt eine tolle Strecke an, die teilweise durch die Berge geht und verschiedenen Flüssen folgt. Die Strassenqualität ist aber bescheiden, so dass wir ständig um Schlaglöcher herumkurven. Das machen alle so und führt zu interessanten Begegnungen. Auf einem Teilstück in den Bergen steht alle paar Meter jemand am Strassenrand und bietet frische Kirschen an. Polizisten am Wegesrand grüssen uns meist freundlich und es gibt null Probleme. Leider holt uns das schlechte Wetter hier wieder ein. Zunächst konnten wir noch ganz gut ausweichen und den Regen abwarten, aber dann erwischt es uns wieder voll, als wir durch ein langes Flusstal fahren. Vor der nächsten Bergetappe brechen wir für heute ab, als die Strasse zum Feldweg wird und sich teilweise in einen reissenden Fluss verwandelt. Hier muss richtig was runtergekommen sein. Die Strasse im Ort ist stellenweise komplett verschlammt und wir fahren durch riesige Wasserlaachen mit den entsprechen hohen Fontänen links und rechts von uns. Nach nur etwa 200 km heute bleiben wir in dem kleinen Ort Gramsh, von dem nun die Welt auch mal erfährt. Der Ort liegt in einem breiten Tal am Ufer des Devoll. Toll. Schon vorher fragt uns jemand aus einem Pickup, ob er uns helfen kann und fährt dann vorneweg zum Hotel und lädt uns dort zu einem Tee ein. Er spricht etwas deutsch, weil er mal in Würzburg als Koch gearbeitet hat. Es gibt zwei Hotels hier, wovon das erste belegt ist. Für zwei Doppelzimmer bezahlen wir 6000 Lek, was immerhin 42 Euro sind und für Albanien eine ganze Menge Geld. Dafür ist das Abendessen gut und fast geschenkt. Es gibt leckere Suppe, griechischen Salat, Steak mit Pommes und Joghurt mit Honig sowie ein grosses Bier für umgerechnet knapp sieben Euro, während im Hotelzimmer bei Aircondition unsere Klamotten ein wenig trocknen. Mal sehen, ob wir morgen weiter nach Griechenland vordringen können.